Der Spiegel uns'rer Seele (mit deutschen Untertiteln)

Der Spiegel uns'rer Seele (mit deutschen Untertiteln)

 

 

Da steigt die Frage auf aus mir: Wer bin ich?
Ein kleines Mädchen, das die Welt erkunden will?
Ein trauriger Bub, der nur in sich schaut?
Ein stolzer Bub, der in die Ferne sprechen kann?
 
Die Welt ist rund, die Welt ist bunt…
Und da in Österreich an Mutters Hand:    
ein Mädchen, die Zöpfe frisch geflochten,
trägt ein gebauschtes Sommerkleid,
Sandalen an den nackten Füßen.
Fröhlich spaziert es durch die Stadt,
bestaunt die Menschen, die vorübergehen:
„Mama, schau!“ gebärdet sie, 
„die tragen alle and’re Schuh!“
Die Mama schämt sich:
„Du sollst sprechen, nicht gebärden!“
Daran hat sie nicht gedacht…
Doch weiter geht’s und 
heiß die Luft.
So viele Menschen drängen sich vorbei.
„Du, Mama, bitte“ gebärdet sie, 
„ich möcht‘ so gern ein Eis!“
„Du sollst sprechen, nicht gebärden!“
Und da… schon wieder….
Doch Zeit vergeht und Mädchen wachsen, werden junge Frauen.
Immer wieder sieht sie eine, einen
mit Händen sprechen, mit den Augen.
Sie unterhalten sich, 
sie tauschen Wissen, Gefühle, Leben –
Und Gebärden Sprache sind.
Sie nimmt Kontakt, 
Körper findet Sprache ihr und Glück.
Nun weiß ich endlich, wer ich bin!
 
Die Welt ist rund, die Welt ist bunt…
Und da in Nigeria, im weiten, trock‘nen Land,
nur Staub und Sand, 
die Bäume dürr und ohne Saft,
in einem Haus sitzt er, 
ein Bursch, ganz nur in sich gekehrt.
Ein Mann tippt ihn an,
sagt ihm mit Gesten: „Los, pack an!
Geh auf das Feld und grab den Boden um!“
Und schon er geht und gräbt den Boden um.
Ein Mann tippt ihn an, 
sagt ihm mit Gesten: „Los, steh auf!
Geh in das Haus dort drüben!“
Und schon er betritt das Haus, 
findet viele andere dort im Kreis,
einen, der ganz vorne steht 
und lehrt: Gebärdensprache!
„Das bedeutet Kuh!“ gebärdet er, 
„und so schreibt sich das Pferd.“
„Und jetzt ihr!“ 
Und einige gebärden: Kuh und Pferd.
Der Bursch schaut her und hin, 
sieht auf die Zeichen an der Wand..
„K“, „U“, „H“ … oh, das bedeutet „Kuh!“
Und Bild wird Wort und Wort wird Bild
Und blüht und wächst das Glück in ihm.
Nun weiß ich endlich, wer ich bin!

Die Welt ist rund, die Welt ist bunt…
Und da in Deutschland, lebt ein Bub,
Maschinen sitzen ihm im Kopf
So kann er in die Ferne sprechen...
Mit dem Verstehen hat er‘s dennoch schwer,
spricht nur gut, weiß nicht viel…
Da sieht er Hände sprechen dort,
das fängt ihn ein. 
„Taub du bist?“ gebärdet er.
„So lehr‘ mich mit den Händen sprechen!“
„Gern tu ich das für dich“, 
und lehrt ihn mit dem Körper sprechen:
mit Aug, mit Hand und mit der Seel..
Keine Maschinen mehr fürs Glück.
Nun weiß ich endlich, wer ich bin!
 
Die Welt ist rund, die Welt ist bunt…
Gebärdensprache überall,
nehmt Hand in Hand und schaut euch an:
So liebt euch, 
spürt das große Glück,
denn ihr seid ihr!

 

 

(Dieses Gedicht wurde in der österreichischen Gebärdensprache geschaffen (Originalversion) und dann ins Deutsche übersetzt)

 

 

Reflection of Our Soul

 

 

A question rises up inside me: who am I?
A little girl set to explore the world?
A sorry boy who’s always inward-looking?
A proud boy who can speak over a distance?

The world is wide, the world is bright …
And there, holding her mother’s hand,
a girl in Austria, with neat pigtails,
happily walking through town,
in a puffy summer dress,
sandals on her naked feet,
marveling at the people passing by.
“Look, mummy, look,” she signs,
“everybody’s wearing different shoes.”
Mummy is all embarrassment,
“You’re supposed to speak, not sign!”
O that she hasn’t thought of …
But on it goes, and
the air is hot.
So many people hustling by.
“Please, mummy,” she signs,
“can I have ice cream?”
“You’re supposed to speak, not sign!”
And there … again …
But time goes by and girls grow up to be young women.
And she keeps seeing people, men and women,
speaking with their hands and eyes,
talking to one another
exchanging knowledge, feelings, life—
and signs make language.
She makes contact,
the body gives her language, happiness.
Now, at last, I know who I am.

The world is wide, the world is bright …
And there in Nigeria, a vast and arid land,
of only dust and sand,
with trees sapless and haggard,
sitting in a house is he,
a young boy, all by himself.
A man taps him,
with gestures tells him, “C’mon now, get to work.
Get out on the field and turn the soil.”
And off he goes to turn the soil.
A man taps him,
with gestures tells him, “C’mon now, get up!
Go over there into that house!”
And soon he steps into the house,
where he finds many others in a circle,
and one in charge
who teaches sign language!
“This here means ‘cow’!” he signs,
“and this is how you spell ‘horse.’
And now you try!”
And some start signing ‘cow’ and ‘horse’
The boy looks to and fro
looks at the signs up on the wall.
“C—O—W … oh, that is ‘cow’!”
And image turns to word and word to image,
and happiness wells up inside him.
Now, at last, I know who I am.
   
The world is wide, the world is bright …
And there’s a boy in Germany,
machines in his head,
Enabling him to speak over a distance …
And yet it's hard for him to understand,
He only speaks well, knows not much …
But over there he sees hands that speak,
which captivates him.
“You deaf?” he signs,
“So teach me speak with my hands!”
“Of course, I’d love to,”
and teaches him to speak with his body,
with eyes and hands and with the soul.
No more machines for happiness.
Now, at last, I know who I am. 

The world is wide, the world is bright …
Sign language everywhere,
take hand in hand and look at one another:
Just love each other and yourself
and feel a greater happiness
for you are you!


Translation: Michael Strand

 

 

 

 

 

Le miroir de notre âme

 

 

La question surgit en moi : qui suis-je ?
Une petite fille, qui veut explorer le monde ?
Un jeune triste, replié sur lui-même ?
Un gamin fier, capable de téléphoner ?

Le monde tourne, tourne dans tous les sens…
Et là-bas, en Autriche, à la main de sa mère :
une petite fille, les cheveux fraichement tressés,
habillée d’une robe bouffante,
les pieds nus dans ses sandales.
Elle se promène joyeusement en ville,
elle admire les gens qui passent :
« Maman, regarde ! », signe-t-elle,
« ils ont tous d’autres chaussures ! »
La mère est gênée :
« Tu dois parler, pas signer ! »
Elle n’y a pas pensé …
Elles continuent et
il fait chaud
Les gens se fraient un chemin dans la foule.
 « Maman, s’il-te-plaît », signe-t-elle,
« j’aimerais avoir une glace ! »
« Tu dois parler, pas signer ! »
Et là… à nouveau…
Mais le temps passe, les petites filles grandissent, deviennent de jeunes femmes.
Elle rencontre sans cesse l’un ou l’autre
qui parle avec les mains, avec les yeux.
Ils discutent, 
ils échangent savoir, sentiments, vie –
Et les signes sont une langue.
Elle prend contact, 
la langue prend corps, elle trouve la joie.
Là, je sais enfin qui je suis !

Le monde tourne, tourne dans tous les sens…
Et là-bas au Nigeria, pays lointain et sec,
juste de la poussière et du sable, 
les arbres morts et sans sève,
un jeune, assis dans une maison, 
est replié sur lui-même.
Un homme lui tapote sur l’épaule,
lui dit avec des gestes : « Allez, il faut s’y mettre !
Va au champ et bêche ! »
Et il y va et bêche.
Un homme lui tapote sur l’épaule,
lui dit avec des gestes : « Allez, lève-toi !
Va dans la maison là-bas ! »
Et il entre dans la maison, 
des gens y sont assis en cercle,
quelqu’un est debout tout devant
et il enseigne : la langue des signes !
« Cela signifie vache ! » signe-t-il, 
« et on écrit cheval comme ça. »
« À vous ! »
Et plusieurs signent : vache et cheval.
Le jeune regarde là et ici, 
fait attention aux signes sur le mur..
« V », « A », « C », « H », « E » … oh, c’est « vache ! »
Et l’image devient un mot et le mot une image.
Et la joie nait et grandit en lui.
Là, je sais enfin qui je suis !

Le monde tourne, tourne dans tous les sens…
Et là-bas, en Allemagne, vit un gamin,
il a des machines dans la tête
et avec ça, il peut téléphoner…
Il a du mal à comprendre,
il parle bien, ne sait pas trop …
Et là, il voit des mains qui parlent,
cela le captive
« Sourd es-tu ? », signe-t-il.
« Apprends-moi à parler avec les mains ! »
« D’accord, avec plaisir »,
et il lui apprend à parler avec le corps :
avec les yeux, les mains et l‘âme..
Plus besoin de machines pour être heureux.
Là, je sais enfin qui je suis !

Le monde tourne, tourne dans tous les sens…
Partout la langue des signes,
prenez-vous par la main et regardez-vous :
aimez-vous ainsi,
ressentez ce grand bonheur,
car vous êtes vous !

 

 

Traduction : Stéphanie Locht

 

 

 

 

 

De spiegel van onze ziel

 

 

Een vraag komt in mij op: wie ben ik?
Een klein meisje, dat de wereld wil verkennen?
Een droevige knaap, die in zichzelf gekeerd is?
Een trotse knaap, die kan telefoneren?

De wereld is rond, de wereld is bont…
En daar, in Oostenrijk aan moeders hand:
een meisje, de haren pas gevlochten,
draagt een gepofte zomerjurk,
sandalen aan de blote voeten.
Vrolijk wandelt ze in de stad,
kijkt verwonderd naar de mensen die voorbijgaan:
“Mama, kijk!” gebaart ze,
“die dragen allemaal andere schoenen!”
Mama is beschaamd:
“Je moet spreken, niet gebaren!”
Daaraan had ze niet gedacht…
Ze gaan voort en
de lucht is warm.
De mensen banen zich een weg in de menigte.
“Mama, alsjeblief” gebaart ze,
“ik zou zo graag een ijsje!”
“Jij moet spreken, niet gebaren!”
En ja… nog eens…
Maar de tijd vergaat en meisjes groeien, worden jonge vrouwen.
Steeds opnieuw ontmoet ze iemand
die met de handen spreekt, met de ogen.
Ze praten,
ze delen kennis, gevoelens, leven –
En gebaren zijn een taal.
Ze neemt contact,
het lichaam vindt voor haar de taal en het geluk.
Nu weet ik eindelijk, wie ik ben!

De wereld is rond, de wereld is bont…
En daar in Nigeria, in het verre, droge land,
enkel stof en zand,
de bomen dor en zonder sap,
in een huis zit hij,
een knaap, die helemaal in zich zelf gekeerd is.
Een man geeft hem een schoudertikje,
zegt hem met gebaren: “Toe, begin eraan!
Ga naar het veld en spit de grond om!”
En hij gaat al en spit de grond om.
Een man geeft hem een schoudertikje,
zegt hem met gebaren: “Toe, sta op!
Ga in het huis daar rechtover!”
En hij gaat al het huis binnen en
vindt daar vele mensen, zittend in de kring,
iemand staat helemaal vooraan 
en onderricht: gebarentaal!
“Dat betekent koe!” gebaart hij,
“en zo schrijft men het paard.”
“En nu jullie!”
En enkelen gebaren: koe en paard.
De knaap kijkt heen en weer,
bekijkt de tekens op de muur..
“K”, “O”, “E” … oh, dat betekent “koe!”
En de prent wordt een woord en het woord een prent
En het geluk bloeit en groeit in hem.
Nu weet ik eindelijk, wie ik ben!

De wereld is rond, de wereld is bont…
En daar, in Duitsland, woont een knaap,
toestellen zitten hem in het hoofd
en daarmee kan hij telefoneren…
Begrijpen is voor hem nog moeilijk,
hij spreekt enkel goed, weet niet veel…
Daar ziet hij handen die spreken,
dat boeit hem.
“Doof ben je?” gebaart hij.
“Leer me met de handen spreken!”
“Dat doe ik graag voor jou”,
en hij leert hem spreken met het lichaam:
met de ogen, met de handen en met de ziel..
Geen toestellen meer nodig om gelukkig te zijn.
Nu weet ik eindelijk, wie ik ben!

De wereld is rond, de wereld is bont…
Gebarentaal overal,
neem elkaar bij de hand en kijk naar elkaar:
houd zo van elkaar,
voel het grote geluk,
want jullie zijn haar!


Vertaling: Oostenrijks Cultuurforum Brussel

 

 

 

 

 

  • Istituto Italiano di Cultura
  • Austrian Cultural Forum
  • Ambassade du Luxembourg à Bruxelles
  • Orfeu - Livraria Portuguesa
  • Permanent Representation of the Republic of Slovenia to the European Union
  • Yunus Emre Institute
  • Camões Instituto de Cooperação e Língua Portugal
  • Mission of the Faroes to the EU
  • Estonian Presidency of the EU
  • Etxepare Euskal Institutua
  • Polish Institute - Cultural Service of the Embassy of the Republic of Poland in Brussels
  • South-Moravia Region Office in Brussels
  • Czech Centre Brussels
  • Alliance française de Bruxelles-Europe
  • Commission européenne
  • Permanent Representation of the Republic of Estonia to the European Union
  • Instituto Cervantes de Bruselas
  • Fins Cultureel Instituut | Institut Culturel Finlandais
  • Embassy of Iceland | Icelandic Mission to the EU
  • Romanian Cultural Institute in Brussels
  • Balassi Institute - Cultural Service of the Embassy of Hungary in Brussels